Lasst sie spotten – ich werde sie stillschweigend vernichten Novel

Lasst sie spotten – ich werde sie stillschweigend vernichten Novel – Am Tag vor der Frist für die Versetzungsanträge der Firma entdeckte ich einen anhängigen Antrag, der mich an eine Tausend Kilometer entfernte Zweigstelle versetzte. Der Antragsteller war Liam Carter, mein Karriere-Mentor und zugleich mein Freund. Ein eisiger Schauer lief mir den Rücken hinunter.

Meine Finger zitterten, als ich seine Nummer wählte. Er klang lässig, fast amüsiert. „Oh, Chloe hat das eingereicht. Sie sagte, sie wollte dich nur aufziehen.“ „Du kannst es einfach selbst stornieren.“ Chloe Mason, die Praktikantin, die darauf bestand, Liam ihren Mentor zu nennen. Ich hielt eine ganze Minute schweigend das Telefon. Also konnte meine Karriere, an der ich fünf Jahre unermüdlich gearbeitet hatte, zum Spielball für jemandes Scherz werden. Ich stritt nicht.

Ich packte einfach meine Sachen und trat wie geplant in der neuen Zweigstelle an. Da geriet Liam in Panik. „Ich sagte dir, du sollst den Antrag stornieren. Hast du das nicht getan?“ „Nein“, antwortete ich. Als ich den Versetzungsbescheid zum ersten Mal sah, erstarrte ich vor meinem Computer. Liam und ich hatten vor Wochen vereinbart, dass ich in seinem Marketingteam als seine Stellvertreterin bleiben würde. Ein Plan, den wir vor drei Jahren geschmiedet hatten.

Doch jetzt stand im System, dass ich an die Londoner Zweigstelle geschickt wurde. Hätte ich mich nicht ins System eingeloggt und nachgesehen, hätte ich die Stornierungsfrist verpasst – keine zweite Chance. Ich holte tief Luft und rief ihn an. Er nahm ab, als wäre es nichts. „Ach, das? Chloe fand es lustig zu sehen, ob du es vor der Frist bemerkst.“ „Es ist noch Zeit. Stornier es einfach.“ Sein Ton war leicht, gleichgültig.

Ich umklammerte das Telefon fester. Meine Stimme brach. „Hältst du das wirklich für einen Scherz?“ „Bist du schon wieder überdramatisch?“ Seine Stimme wurde gereizt. „Ernsthaft, was ist das große Problem? Stornier es einfach. Chloe ist einfach ein bisschen verspielt, sie hat nur ihren Spaß.“ Ich starrte auf den Versetzungsbescheid auf meinem Bildschirm, meine Kehle war trocken. „Was, wenn ich es nicht rechtzeitig gesehen hätte? Sie hat ihren Zugang missbraucht.

Ich könnte sie melden.“ Sein Ton wurde im Nu eiskalt. „Ava, du bist lächerlich.“ „Es war nur ein Scherz, und jetzt redest du davon, sie zu melden? Kannst du nicht etwas Nachsicht zeigen?“ Er wurde noch aufgebrachter. „Ich habe das hundertmal erklärt. Sie ist frisch von der Uni, neu im Job, hat niemanden in der Branche. Was ist falsch daran, wenn ich ihr ein wenig helfe?“ „Melde sie doch – kannst mich gleich mit melden.“ Dann legte er mir auf.

Ich saß schweigend da, unfähig, auch nur ein Wort hervorzubringen. Es fühlte sich an, als wäre alles Blut in meinem Körper erstarrt. Liam und ich kannten uns seit sieben Jahren, waren seit fünf zusammen. Er war mein Freund und in vielerlei Hinsicht mein beruflicher Wegweiser. Ich dachte an mein erstes Berufsjahr zurück. Als ich fast ein Großprojekt ruiniert hätte, blieb er die ganze Nacht wach, um mir zu helfen, es zu retten.

Ich erinnerte mich an die Firmenfeier in jenem Jahr, als mich jemand nach ein paar Drinks ausnutzen wollte und er dem Mann das Handgelenk verdrehte, bis er um Vergebung flehte. Dann legte er mir sanft seine Jacke um die Schultern und fragte, ob ich seine Freundin sein wolle. Fünf Jahre lang hatte ich mich an sein Dasein in meinem Leben gewöhnt. Alle sagten, wir seien perfekt füreinander.

Wir hatten uns sogar gegenseitig den Familien vorgestellt und angefangen, über Heirat zu sprechen. Von hier an sollte alles glatt laufen. Und doch, während ich auf den Bildschirm starrte, schwebte meine Hand über der Stornieren-Taste. Ein Klick, mehr brauchte es nicht. Aber ich hörte nur seine Stimme: „Es war nur ein Scherz.“ Eine erdrückende Erschöpfung stieg tief in mir auf. Und plötzlich war ich einfach nur so müde.

Read more here

Leave a Comment